Bikepacking steht für Freiheit, Natur und: Minimalismus. „Weniger ist mehr“ lautet das Motto, denn so fährt es sich leichter und du kannst dich auf das Wesentliche konzentrieren. Es gibt jedoch ein paar Dinge, auf die du nicht verzichten kannst, wenn deine Radtour ein voller Erfolg werden soll. Unsere ultimative Bikepacking-Packliste zeigt dir, was du unbedingt in deiner Fahrradtasche haben musst und was du getrost zu Hause lassen kannst.
Tobis Bikepacking-Ausrüstung
FÜR MAXIMALEN SPASS BEIM BIKEPACKING: WENIGER IST MEHR
Das Wichtigste zuerst: Die „ultimative“ Bikepacking-Packliste ist nichts Endgültiges – was unverzichtbar und was völlig überflüssig ist, hängt davon ab, was Bikepacking für dich bedeutet.
Zunächst solltest du dir ein paar Fragen stellen, wie zum Beispiel:
- Wirst du nur ein Wochenende oder mehrere Tage am Stück weg sein?
- Magst du Camping, unter freiem Himmel schlafen, oder ziehst du Hotels vor?
- Bist du ziemlich widerstandsfähig oder frierst du zum Beispiel schnell?
- Gehst du alleine oder mit anderen? Es gibt viele Dinge, von denen man nicht zwei braucht (z. B. Werkzeug, Campingkocher, Zelte ...)
Klar, du hast deine eigenen Vorstellungen und Prioritäten, und du kannst deine persönliche Packliste natürlich ganz nach deinen Bedürfnissen und denen deiner Reise ergänzen. Der wichtigste Tipp, den wir dir geben können, lautet daher:
Wenn du die einzelnen Sachen in dein Gepäck packst, frag dich: Muss das wirklich mit?
Denn eines ist klar: Alles, was du nicht unbedingt brauchst, schleppst du am Ende nur unnötig mit dir herum. Und das kostet letztendlich Energie, was wiederum deinen Fahrspaß beeinträchtigt.
Bikepacking von A bis Z: Was brauchst du wirklich?
Wir haben schon viele Bikepacking-Touren unternommen und dabei oft vergessen, Dinge einzupacken – aber wir haben auch schon unnötig viel mitgeschleppt. Das Ergebnis unserer Erfahrungen ist diese Packliste, die uns auch bei der Vorbereitung auf unsere Schottlandtour gute Dienste geleistet hat. Auf unserer North Coast 500-Tour waren wir fünf Tage lang bei Wind und Regen unterwegs und haben in Hotels, Bed & Breakfasts und auch im Zelt übernachtet. In unserer Packliste findest du alles, was wir dabei hatten, um eine schöne Zeit auf dem neuen Road Rage zu verbringen.
Unter der Rubrik „Nice to have“ haben wir auch ein paar Dinge aufgelistet, die zwar nicht so wichtig sind, über die man aber trotzdem nachdenken sollte. Damit du dich perfekt auf deine Bikepacking-Tour vorbereiten kannst, steht dir unsere Packliste hier als PDF zum Download bereit. Druck sie einfach aus und hake jeden Punkt ab, sobald er seinen Weg in deine Bikepacking-Tasche gefunden hat.
Viele Dinge brauchst du nicht doppelt (zum Beispiel Werkzeuge, Campingkocher, Zelt ...). Du hast sicher deine eigenen Vorstellungen und Prioritäten und kannst deine persönliche Packliste natürlich so ergänzen, dass sie zu dir und deiner Reise passt. Der wichtigste Tipp, den wir dir geben können, lautet daher:
Stell dir bei jedem Gegenstand, den du in deine Koffer packen willst, die Frage: Muss das wirklich sein?
Denn eins ist klar: Was du nicht wirklich brauchst, schleppst du am Ende nur unnötig mit dir herum. Und das kostet letztendlich Energie, was sich natürlich auch auf den Fahrspaß auswirkt.
Auf unserem Körper
Hier fassen wir alles zusammen, was du unterwegs tragen wirst. Vieles davon ist ziemlich logisch – du wirst wohl kaum eine große Radtour ohne deine Radhose unternehmen. Aber vieles wird auch leicht vergessen, wie zum Beispiel dein Buff oder deine Regenjacke, wenn das Wetter bei der Abfahrt schön ist. Wäre uns das auf unserer Schottlandreise passiert, hätten wir ein echtes Problem gehabt: In den ersten vier Tagen regnete es ununterbrochen. Aus diesem Grund haben wir auch öfter in B&Bs übernachtet, als wir ursprünglich geplant hatten. So konnten wir zumindest abends unsere durchnässten Klamotten trocknen.

MUSS MAN HABEN
- Helm
- Fahrradbrillen
- Halswärmer
- Unterwäsche (dem Wetter entsprechend)
- Pullover (dem Wetter entsprechend)
- Radhosen (dem Wetter entsprechend)
- Socken (bei Bedarf wasserdicht)
- Radschuhe
- Überschuhe (je nach Wetter)
- Regenjacke (eignet sich auch als Windjacke und für den Abend)
- Handschuhe
Schön, wenn vorhanden:
- Mütze
Aufs Rad
Abgesehen von den Packtaschen haben wir nicht viel an unseren Rädern befestigt. Ein kleines Detail: Um ein Kamerastativ am Rahmen befestigen zu können, hat Martin seine beiden Trinkflaschen vorne an der Gabel montiert, die praktischerweise über Befestigungsösen für diesen Zweck verfügt.
Must-haves:
- Zwei große Wasserflaschen
- Beleuchtung (falls du nachts Rad fahren willst)
- Halterung für Navi oder Smartphone
Essen & Trinken
Hier haben wir uns im Voraus klar entschieden: Wenn möglich, würden wir unterwegs in Restaurants oder Supermärkten einkehren oder abends in unserer Unterkunft essen. Das hat uns eine Menge Stress beim Packen erspart. Wir hatten aber trotzdem ein paar Energieriegel und ein paar Packungen Outdoor-Fertiggerichte für den Notfall eingepackt, was sich als sehr nützlich erwies: Als wir in Laide ankamen, hatten alle Läden bereits geschlossen und wir waren wirklich froh, dass wir uns auf unserem Campingkocher leckere Nudeln zubereiten konnten.

MUSS MAN HABEN
- Wasser in den Trinkflaschen
- Riegel, Gel oder andere Snacks
- (Taschen-)Messer
- Spork („Löffel/Gabel“)
Schön, wenn vorhanden:
- Ich kann
- Gasherd
- Campinggeschirr
- Becher
- Fertiggerichte oder Fertigspeisen in Tupperware-Behältern
Schlafen
Hier gibt es viele verschiedene Vorlieben. Manche schwören auf Hängematten, manche legen sich im Notfall gerne auf den Beton einer Bushaltestelle, während andere von vornherein planen, die Nächte bequem in Hotels zu verbringen. Deine persönlichen Vorlieben entscheiden darüber, was eingepackt werden muss und was nicht. Wenn du in einem Hotel schläfst, ist dein Schlafsack natürlich nur unnötiger Ballast. Wir wollten flexibel sein und im Notfall einfach unser Zelt irgendwo aufschlagen, wo es uns gefiel. Und auch wenn wir viel weniger im Freien geschlafen haben, als wir geplant hatten, war es absolut richtig, ein Zelt und ähnliches mitzunehmen.

MUSS MAN HABEN
- Schlafsack
- Hängematte/Isomatte (je nach Vorliebe)
- Wechselkleidung (für abends: T-Shirt, Unterwäsche, Hose, eventuell ein Pullover oder andere warme Kleidung, je nach Wetter)
- Eine warme Jacke (alternativ: nimm deine Regenjacke mit)
Schön, wenn vorhanden:
- Zwischen/tent
- Hausschuhe/Sandalen
- Ohrstöpsel
- Zusätzliche Socken
Hygiene
Hygiene ist ein weiteres Thema, das beim Bikepacking für jeden etwas anderes bedeutet. Vor allem, wenn du im Freien schläfst, lässt es sich kaum vermeiden, dass sich nach ein paar Tagen ein „interessanter“ Geruch in deine Kleidung einsetzt. Der unaufhörliche Regen in den ersten Tagen unserer NC500-Tour bescherte uns einen ganz besonderen Duft. Uns hat das nicht gestört – ein bisschen zu stinken gehört doch einfach zum Bikepacking dazu, oder? Und für ein Mindestmaß an Hygiene braucht man gar nicht so viel...

MUSS MAN HABEN
- Zahnbürste
- Zahnpasta
- Lippenbalsam (bei kaltem Wetter)
- Sonnencreme (wenn die Sonne scheint)
- Taschentücher/Toilettenpapier
- Medikamente (z. B. Allergiemittel)
Schön, wenn vorhanden:
- Mücken-/Insektenspray
- Feuchttücher
- Handtuch
Elektronik
Unserer Meinung nach ist hier weniger definitiv mehr. Schließlich sind wir draußen in der herrlichen Natur unterwegs – da ist ein bisschen digitale Entgiftung genau das Richtige. Trotzdem hatten wir unsere Smartphones und das Navi sowie Powerbanks und alle notwendigen Ladekabel dabei, denn das macht eine Reise viel angenehmer und einfacher zu planen.

MUSS MAN HABEN
- Satellitennavigation
- Smartphone
- Powerbank
- Kabel für Geräte
Schön, wenn vorhanden:
- Stirnlampe (sehr nützlich, wenn man zum Beispiel im Dunkeln ein Zelt aufbaut)
Mehr braucht es eigentlich nicht, um auf die häufigsten Pannen vorbereitet zu sein: eine Pumpe und einen Ersatzschlauch (oder ein Tubeless-Reparaturset), ein Ersatzschaltzug, eine Ersatz-Schaltaufnahme und ein Multitool.
Verschiedenes
„Sonstiges“ klingt ein bisschen nach „nicht so wichtig“. Unter dieser Rubrik findest du jedoch einige der wichtigsten Accessoires, die dir das Leben unterwegs erheblich erleichtern können. Zum Beispiel Kettenschmiermittel. Es gibt nichts Schlimmeres als einen quietschenden, klappernden Antrieb. Eine ungeölte Kette ist nicht nur nervig, sie kostet dich auch tatsächlich Energie. Wenn du alleine unterwegs bist, kann ein kleines Fahrradschloss ein wahrer Segen sein. Wenn du zum Beispiel beim Supermarkt vorbeischauen willst, kannst du dein Fahrrad draußen anschließen und deine Einkäufe besorgen, ohne dir Sorgen machen zu müssen. Und wo wir gerade beim Einkaufen sind: Eine kleine Stofftasche ist dafür ideal. Sie nimmt kaum Platz weg, ist aber superpraktisch, um deine Einkäufe vom Supermarkt dorthin zu tragen, wo du abends übernachtest. Und wenn du damit fertig bist, kannst du ein paar Kleidungsstücke in die Tasche stopfen und sie nachts als Kissen verwenden.

MUSS-HABEN
- Wärmedecke/Rettungsdecke
- Werkzeugset (Schlauch, Reifenheber, Pumpe, Multifunktionswerkzeug)
- Stofftasche/Sporttasche (z. B. zum Einkaufen, zum Transportieren oder als Kopfkissen für die Nacht)
- Bargeld
- Die wichtigsten Ausweise (Personalausweis, Gesundheitskarte, Bahncard...)
- Kabelbinder
- Kettenschmiermittel
Schön, wenn vorhanden:
- (Mini-)Fahrradschloss
- Geldbörse mit Bankkarte(n)
- Mini-Ersatzteilset (nimmt kaum Platz weg, kann aber wichtig sein: Ersatz-Schaltauge, Kettenverbinder, Schaltzug)
Text: Martin Donat
Fotos: Martin Donat, Tim Winterburn


