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Kirsten at Red Bull Hardline 2025
Race

Kirsten beim Red Bull Hardline 2025

Hallo, ich bin Kirsten Van Horne, eine 23-jährige Freeride-Mountainbikerin aus Nelson, British Columbia, Kanada. Diesen Sommer hatte ich die Gelegenheit, etwas zu tun, was ich mir nie hätte träumen lassen: beim Red Bull Hardline in Wales mitzufahren. Es war einschüchternd, emotional, lohnend – und anders als alles, was ich bisher erlebt habe. Schnall dich an – los geht’s!

Von Slowenien nach Wales + neuer Bikeday


Die Einladung von Hardline kam völlig überraschend. Tahnee Seagrave schrieb mir eine Nachricht und fragte, ob ich Interesse hätte, etwas mehr als eine Woche später dort zu fahren. Zu dem Zeitpunkt waren wir in Slowenien bei den Flat Out Days, ganze 22 Autostunden von Wales entfernt .

Unterwegs machten wir einen wichtigen Zwischenstopp im Ghost-Hauptquartier, um mein neues Poacha Pro (Größe M) abzuholen . Das wendige Small-Modell, das ich bisher gefahren bin, war perfekt für Sprünge und Runden im Bikepark, aber angesichts der Geschwindigkeit, der technischen Anforderungen und der Airtime bei Hardline brauchte ich etwas Stabileres . Schon bei den ersten Runden im Dyfi Bike Park wusste ich, dass dieses Setup wie geschaffen für diese Aufgabe war.

Erste Eindrücke: Streckenbesichtigung


Ich hatte „Hardline“ schon mal gesehen, aber es live zu erleben, war etwas ganz anderes. Der Streckenrundgang war gleichermaßen beeindruckend wie beängstigend.

Ein paar Dinge sind mir sofort aufgefallen:

  • Die Arbeit der Trail-Crew ist Weltklasse – jedes Element ist riesig, aber wunderschön gebaut.
  • Die Felsplatten waren viel rutschiger, als sie im Video aussehen.
  • Ich habe mir ein paar Ziele gesetzt: Bottom Jumps, den On/Off und den Road Gap.
  • Ich habe mich auch damit abgefunden, „The 90s“ und „Flat Drop“ auf ein anderes Mal zu verschieben.

Als wir unten ankamen, kam es mir vor, als hätte ich gerade einen Geist gesehen. Hardline war nicht einfach nur eine größere Version dessen, was ich gewohnt war – es war ein ganz anderes Kaliber.

Trainingsstage: Mich zurechtfinden


Der erste Tag war reiner Überlebensmodus. Ich hab mich nicht an die großen Sprünge gewagt, sondern bin einigen der Mädels durch die technischen Passagen gefolgt, um ein Gefühl für das Gelände zu bekommen. Mein Bike fühlte sich stabil an, aber an meinem Selbstvertrauen musste ich noch arbeiten.

Der zweite Tag fing holprig an – mit einem Sturz auf der ersten Felsplatte. Zum Glück bin ich glimpflich davongekommen, aber es hat mich ganz schön durchgeschüttelt. Trotzdem habe ich den „Dirty Ferns“-Stepdown und den „Out Of The Woods“-Sprung gemeistert, was mir geholfen hat, die Stimmung wieder zu heben. Mit Vaea, Cami, Hannah und Louise zusammen zu fahren, hat das Ganze weniger einschüchternd gemacht. Dass andere Frauen dabei waren, die alle an ihre Grenzen gingen, hat einen riesigen Unterschied gemacht.

Am Freitag war mir klar, dass es wahrscheinlich mein letzter Tag auf der Strecke sein würde. Das hat den Druck erhöht, mich aber auch motiviert. Ich habe den Stepdown geübt und dann, mit einem Zug von Harry Malloy, endlich den On/Off geschafft . Das Feature hatte furchterregend ausgesehen, aber als ich es angegangen bin, fühlte es sich perfekt an.

Der Tag endete mit einem Moment, den ich nie vergessen werde: Ich bin kurz vor Trainingsende über den 21 Meter hohen „Finish Line Jump“ gesprungen. Es war zwar nicht der sauberste Lauf, aber das Hochgefühl, es geschafft zu haben, war einfach unglaublich. Ich war total aus dem Häuschen, total begeistert und motivierter denn je.

Der Herzschmerz: Auf der Bank sitzen


Deshalb tat es so weh, als ich erfuhr, dass ich am nächsten Tag nicht fahren würde. Nachdem ich endlich meinen Rhythmus gefunden und meine Nervosität überwunden hatte, fühlte ich mich bereit, noch mehr zu geben – bereit, noch mehr zu wagen. Doch aufgrund begrenzter Trainingszeiten und da Sicherheit immer oberste Priorität hat, mussten ich und zwei der anderen Frauen am Renntag pausieren.

Ich habe die Entscheidung verstanden, aber ich würde lügen, wenn ich sagen würde, dass ich nicht enttäuscht war. Ich wollte noch eine Chance, alles auf die Reihe zu bekommen, noch weiter zu gehen und auf dem Schwung aufzubauen, den ich gefunden hatte. Stattdessen musste ich mich zurücklehnen, stolz auf das, was ich erreicht hatte, aber mit dem Hunger nach mehr.

Energie für den Renntag


Am Sonntag fand das große Event statt. Der nächtliche Regen hatte die Strecke rutschig gemacht, aber die Fahrerinnen meisterten das wie absolute Champions. Zu sehen, wie die Mädels das Niveau immer weiter steigerten – vor allem Louise Ferguson – war inspirierend. Die Stimmung im Publikum war elektrisierend, und am Ende des Tages herrschte auf der After-Party trotz der Erschöpfung eine tolle Atmosphäre voller guter Laune und Gemeinschaftsgeist.

Gedanken zu „Hardline“


Hardline hat mich auf eine Weise gefordert, wie es noch kein Freeride-Event zuvor getan hat. Ich war noch nie zuvor bei einem Downhill-Rennen dabei, daher war schon allein die Teilnahme ein riesiger Schritt außerhalb meiner Komfortzone. Es gab Momente der Angst, Momente des Zweifels und Momente purer Begeisterung.

Vor allem aber bin ich voller Dankbarkeit abgereist – gegenüber den Frauen, die hier den Weg geebnet haben, für die Unterstützung durch Freunde und das Team und für die Chance, Teil eines so historischen Ereignisses zu sein. Ich habe zwar nicht alles erreicht, was ich mir vorgenommen hatte, aber ich weiß, dass ich diese Leidenschaft mitnehmen werde, egal was als Nächstes kommt.

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